In zahlreichen Dokumenten betont die Europäische Kommission die Wichtigkeit der Informations- und Kommunikationstechniken (IKT) für die Verbesserung öffentlicher Dienstleistungen und des Zugangs zu diesen sowie für deren kostengünstige Erbringung. Die IKT-Nutzung steigt kontinuierlich und immer mehr Leute profitieren von ihr. Allerdings nimmt über die Hälfte der EU-Bevölkerung die Möglichkeiten nicht in Anspruch oder ist sogar von der IKT-Nutzung ausgeschlossen. Es ist ein ökonomisches, soziales, ethisches und politisches Gebot für die Europäische Kommission, die soziale und ökonomische Kohäsion zu verstärken, indem der Zugang zu IKT-Produkten und -Dienstleistungen in weniger entwickelten Regionen verbessert wird. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf öffentlichen Dienstleistungen, da diese einen großen Teil der europäischen Wirtschaft darstellen (z.B. beträgt die öffentliche Beschaffung ca. 16% des BIP). Als Schlüsselherausforderung wird von der Europäischen Kommission die Verbesserung dieser Dienstleistungen, des Zugangs zu diesen und ihrer Kosteneffektivität angesehen. Inzwischen sind bei der Einführung von IKT-basierten öffentlichen Dienstleistungen in vielen EU-Regionen beträchtliche Fortschritte und Erfolge erzielt worden: Z.B. spart die Möglichkeit, Steuererklärungen online abzugeben, mehrere Millionen Stunden pro Jahr. Trotzdem bleibt noch viel zu tun, um die Wirkung und soziale Akzeptanz in den Regionen nachzuweisen, in denen die Entwicklung und/oder Nutzung solcher Dienstleistungen noch nicht weit fortgeschritten ist.

Dieses Problem wird insbesondere deutlich, wenn man die öffentlichen Dienstleistungen für Unternehmen in den ländlichen Gebieten betrachtet. Weit entfernt von den zentralen öffentlichen Behörden haben diese Unternehmen (meistens KMUs) keinen direkten Zugang zu den öffentlichen Dienstleistungen, die notwendig sind, um Geschäfte mit Regierungsstellen oder öffentlichen Agenturen zu tätigen (z.B. Finanzämter, gesetzgebende Behörden, lokale Behörden, Handelskammern usw.). Die neuen Werkzeuge und Methoden der Informationsgesellschaft zielen darauf ab, solche Probleme zu lösen: erstens durch die Bereitstellung entsprechender Technologien für öffentliche Verwaltungen, damit diese elektronische Verwaltungsleistungen (eGovernment-Services) entwickeln und anbieten können; zweitens durch die Erleichterung des Zugangs zu diesen Services für ländliche KMUs, deren Standort räumlich weit entfernt von den öffentlichen Verwaltungseinrichtungen liegt. Schlüsselakteure sind dabei sowohl regionale Behörden als auch zentrale Verwaltungen. Obgleich schon in einigen Fällen regionale oder zentrale Behörden eGovernment-Dienstleistungen entwickeln und anbieten, werden diese von Unternehmern und Bürgern nicht wahrgenommen und aus Unkenntnis nicht genutzt, so dass sie daraus keinen Nutzen bei ihren täglichen Aktivitäten erzielen können.

Haupthindernisse für die Entwicklung sind die geringe IKT-Ausstattung der ländlichen KMUs und die geringe Nutzung von Online-Services durch diese, was durch entsprechende Studien über die Entwicklung im ländlichen Raum nachgewiesen wurde. Erfahrungen aus dem Training von KMUs in ländlichen Gebieten (z.B. durch Initiativen wie "Go-On-line-Training Support" in Griechenland und "Opportunity Wales" in Großbritannien) haben gezeigt, dass
(i) IKT-Trainingsmaßnahmen einen speziellen Ausbildungsplan umfassen müssen, der KMUs vom Nutzen, den sie durch Einführung von IKT in ihrem Unternehmen erzielen können, überzeugen kann,
(ii) innovative Trainingskonzepte entwickelt werden müssen, die traditionelle Lernmethoden mit e-Learning-Formen (wie z.B. blended learning) kombinieren und
(iii) ein one-stop-shop im Internet eingerichtet werden muss, der den KMUs lfd. Informationen und Inhalte zugänglich macht.
Alle drei Aspekte sind bei der Schulung von ländlichen KMUs in der Nutzung von eGovernment-Services zu beachten.



 
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